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Die Arktis weigert sich zu schmelzen, Alarmrufe beruhen auf vorläufigen Daten!
Wer wirklich wissen will, wie es ums Klima steht, dem sei geraten, sowohl empirische Fakten als auch sensationelle Medienberichte sehr kritisch unter die Lupe zu nehmen: 
Vor wenigen Wochen, schwirrten jede Menge Vorhersagen über den drohenden arktischen Eisverlust  über Medien und Internet. Einige Klimakastrophenforscher sagten voraus, daß der „Nordpol für´s erste Mal dieser Sommer eisfrei sein könnte “. Andere sagten voraus, daß die gesamte „polare Eiskappe dieser Sommer verschwinden würde“. Die arktische Schmelzjahreszeit ist für dieses Jahr fast zu Ende. Die Sonne steht jetzt sehr niedrig über dem Horizont  und wird Ihr Scheinen über den Winter am Nordpol in fünf Wochen ganz einstellen. Und keine dieser entsetzlichen Vorhersagen sind  eingetroffen.  Und nun geschieht etwas etwas Merkwürdiges mit den Eisdaten.
Seeeisverlauf NSDIC.jpg
Das nationale Schnee-und Eis-Rechenzentrum (NSIDC) in Boulder, Colorado gab am 11. August  ein alarmierendes Diagramm frei und zeigte, daß das arktische Eis schnell verschwand und sich zurückzog in Richtung des Rekordminimum des letzten Jahres. Seine Daten zeigen den arktischem Meereisumfang nur 10 Prozent grösser als vom Vergleichsdatum 2007 und das ist der zweitniedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnung. Nebenstehend  eine kleinere Version des Diagramms.
Das Problem ist, daß dieses Diagramm nicht korrekt zu sein scheint. Andere Datenquellen über arktisches Eis zeigen , daß das Eis in diesem Sommer eine nette Erholung erfuhr. Die NASA Marshall Space Flight Center Daten zeigen eine Eisbedeckung für 2008 , die mit der von 2002, 2005 und bis 2006 fast identisch ist. Diagramme der arktischen Eisbedeckung sind von einigen Quellen erhältlich, einschließlich derer von der Universität von Illinois, die ein tägliches Archiv für die letzten 30 Jahre besitzt und pflegt. Ein Vergleich dieser Diagramme (abgeleitet von den NSIDC Daten) zeigt, daß die arktische Eisbedeckung um 30 Prozent per 11. August 2008 grösser war, als am 12. August 2007 v. (2008 ist ein Schaltjahr, deshalb werden die Daten um eins versetzt) Siehe unteres Bild.
Die 30-Prozent-Zunahme wurde errechnet, indem man Pixel zählte, die die Farben enthalten, die Eis darstellen. Dieses ist eine vorsichtige Berechnung, wegen der benutzten Kartenprojektion. Während das Eis weg vom Pol zunimmt, stellt jedes neue Pixel  einen größeren Bereich dar - also ist der Nettoeffekt, und damit die errechnete 30 Prozent Zunahme, eher konservativ gerechnet. Warum die NSIDC diese Fehlrechnung ( 3:1 falsch!) trotzdem anstellt wird im Artikel selbst untersucht.
Den ganzen Artikel finden Sie hier.
Mit Dank an Dr. Benny Peiser, der diese interessante Nachricht als Erster auf ACHGUT brachte.
Michael Limburg
Nachtrag vom 24.8.08 : Der Autor des zitierten Artikels Stephen Goddard hat nochmals nachgeprüft und dabei festgestellt, daß die ursprünglich vom NSDIC verwendeten Daten wohl korrekt waren. Er bittet den 30 % Ansatz zu korrigieren und zu entschuldigen. Gemäß NSDIC lag die Seeeisbedeckung vom August 2008 um 10 % über  der Seeeisbedeckung vom August 2007. Die graphische Aufbereitung der stark oszillierenden Eisbedeckung über die letzten 30 Jahre zeigt ebenfalls keinerlei Auffälligkeiten. Insgesamt liegt die Eisbedeckung etwa auf dem Niveau der 50er Jahre und deutlich über dem Niveau, die in den 30 er Jahren beobachtet wurde. Wie immer in diesen Fällen ist damit über die Ursachen der Änderung der Seeeisbedeckung nichts gesagt.
Nachtrag vom 1.9.08: Ein aufmerksamer Leser teile uns mit, daß die Seeisbedeckung gemäß NSDIC nicht nur 10 % höher war, sondern um sogar um 13%. Außerdem hätte Stephen Goddard, die durch Projektion verfälschte unkorrigierte Pixelauszählung verwendet. Das NSDIC hingegen verwendet die genauere gewichtete Auszählung, die die Projektionsverzerrungen herausrechnet. Danke für den Hinweis! Ergänzend dazu noch folgendes Zitat des weltberühmten Arktisforschers Prof. Akasofu:"Das gegenwärtige schnelle Abschmelzen des arktischen Meereises -besonders im Jahre 2007- ist durch das Einfließen warmen Nordatlantikwassers verursacht und durch besondere Wind Effekte." Zitatende. Näheres dazu hier
Aug 28, 2008
Is Earth Still Recovering from the “Little Ice Age?”

By Syun-Ichi Akasofu, International Arctic Research Center)


arctic_ice_comparison_8aug.jpg
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